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Grundlagen strategischer Personal- und Organisationsentwicklung

Unternehmensanalyse macht Sinn

Wenn Sie Ihr Unternehmen zukunftssicher aufstellen möchten, ist eine ehrliche und strukturierte Bestandsaufnahme der erste Schritt. Bevor neue Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, zur Integration neuer Zielgruppen oder zur Weiterentwicklung der Unternehmenskultur umgesetzt werden, sollten Sie prüfen, wie Ihre aktuellen Strukturen, Prozesse und personellen Rahmenbedingungen tatsächlich aussehen.

Die Analyse ist damit kein Selbstzweck, sondern eine Entscheidungsgrundlage für weitere Schritte, etwa für die Durchführung einer SWOT-Analyse, die Einführung einer Mitarbeiterbefragung oder die Weiterentwicklung von Personalprozessen.

Gerade wenn Sie Menschen mit unterschiedlichen Lebenslagen, Qualifikationen oder Unterstützungsbedarfen in Ihr Unternehmen integrieren möchten, ist eine klare Standortbestimmung entscheidend. Nur wenn Sie wissen, wie Ihre Organisation heute funktioniert, können Sie gezielt Anpassungen vornehmen.

Transparenz? Strategien? Orientierung?

Warum ist eine Unternehmensanalyse sinnvoll?

  • Sie schafft Transparenz über Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken.
  • Sie hilft, Strategien zur Fachkräftesicherung zu entwickeln.
  • Sie sorgt dafür, dass Personalprozesse und Unternehmensziele miteinander verzahnt sind.
  • Sie schafft eine gemeinsame Orientierung im Unternehmen und steigert Motivation.

In vielen kleinen und mittleren Unternehmen sind Prozesse historisch gewachsen. Sie funktionieren im Alltag, werden jedoch selten systematisch hinterfragt. Eine strukturierte Analyse ermöglicht es Ihnen, diese gewachsenen Strukturen bewusst zu reflektieren und gegebenenfalls weiterzuentwickeln.

Die Analyse ist damit kein Kontrollinstrument, sondern ein strategisches Werkzeug.

So funktioniert die interne Unternehmensanalyse

Die Analyse gliedert sich in vier zentrale Schritte:

  1. Unternehmensleitbild festlegen oder überprüfen
    Definieren Sie Werte, Ziele, Vision und Mission des Unternehmens.

  2. SWOT-Analyse durchführen
    Identifizieren Sie Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Ihres Unternehmens.

  3. Unternehmensstrategie präzisieren
    Nutzen Sie die Analyse, um Ihre strategischen Ziele weiterzuentwickeln.

  4. Personalarbeit mit der Unternehmensstrategie verzahnen
    Setzen Sie Prioritäten für Personalgewinnung, -bindung und -entwicklung.

Analysebereiche

Eine fundierte interne Unternehmensanalyse betrachtet das Unternehmen aus mehreren Perspektiven. Dabei geht es nicht nur um Kennzahlen, sondern um das Zusammenspiel von Strategie, Struktur, Prozessen und Kultur.

Strategischer Rahmen

Zu Beginn steht die Frage, wie klar die strategische Ausrichtung des Unternehmens formuliert ist. Verfügt Ihr Unternehmen über ein klar formuliertes Leitbild? Sind Ihre langfristigen Ziele dokumentiert? Und spielt die Personalarbeit in Ihrer strategischen Planung eine erkennbare Rolle?

Unternehmen sollten prüfen,

  • ob Fachkräftesicherung strategisch verankert ist,

  • ob Diversität, Chancengleichheit oder Personalentwicklung ausdrücklich benannt werden,

  • ob die gelebte Praxis mit den formulierten Werten übereinstimmt.

Ein Leitbild entfaltet nur dann Wirkung, wenn es in Entscheidungsprozesse, Führungsverhalten und Alltagsroutinen einfließt. Zur strukturierten Überprüfung dieses Bereichs steht eine Checkliste „Strategische Ausrichtung & Leitbild“ zur Verfügung, die typische Fragestellungen systematisch abbildet.

Personalstruktur und Kennzahlen

Im zweiten Schritt werden die personellen Rahmenbedingungen analysiert. Objektive Daten liefern wichtige Hinweise auf Stabilität, Risiken und Entwicklungspotenziale.

Eine systematische Analyse umfasst unter anderem:

  • Altersstruktur (z. B. drohende Verrentungswellen)
  • Qualifikationsstruktur
  • Anteil Teilzeit, Befristung oder Minijobs
  • Fluktuationsrate
  • Krankenquote
  • Weiterbildungsbeteiligung
  • Ausbildungsquote
  • Geschlechterverteilung

Diese Kennzahlen ermöglichen es Ihnen, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen. Eine stark überalterte Belegschaft kann beispielsweise mittelfristig zu Nachfolgeproblemen führen. Eine hohe Fluktuation kann auf Führungs- oder Arbeitsbelastungsthemen hinweisen.

Für die systematische Erfassung dieser Daten kann ein Kennzahlen-Erfassungsbogen „Personalstruktur“ genutzt werden, der eine strukturierte Dokumentation ermöglicht.

Prozesse und Organisation

Von der Einstellung bis zur Weiterbildung: Wie gut sind Ihre Personalprozesse organisiert? Finden Sie heraus, wo Optimierungspotenziale liegen. Zur Unterstützung finden Sie in der Toolbox eine Checkliste „Personalprozesse im Überblick“ sowie eine Handlungsempfehlung zur Weiterentwicklung Ihrer Personalprozesse.

→ Lesen Sie hierzu mehr

Unternehmenskultur und Führung

Eine offene Unternehmenskultur und ein wertschätzender Führungsstil sind wichtige Voraussetzungen für erfolgreiche Zusammenarbeit. Sie beeinflussen auch, wie gut Vielfalt im Team gelebt werden kann.

→ Lesen Sie hierzu mehr

 

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Personalstruktur

Wichtige Kennzahlen zur Personalstruktur

Eine fundierte Analyse der Personalstruktur umfasst verschiedene Kennzahlen, die Aufschluss über die Zusammensetzung und Entwicklung der Belegschaft geben.

Dazu gehören beispielsweise:

  • die Altersstruktur der Mitarbeitenden, etwa um mögliche Verrentungswellen frühzeitig zu erkennen,

  • die Qualifikationsstruktur der Beschäftigten,

  • der Anteil von Teilzeitbeschäftigung, Befristungen oder Minijobs,

  • die Fluktuationsrate,

  • die Krankenquote,

  • die Weiterbildungsbeteiligung,

  • die Ausbildungsquote,

  • sowie die Geschlechterverteilung im Unternehmen.

Diese Kennzahlen ermöglichen es Ihnen, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen und Entwicklungen besser einzuschätzen.

Entwicklungen frühzeitig erkennen

Eine Analyse der Personalstruktur kann beispielsweise zeigen, dass ein größerer Teil der Belegschaft in den kommenden Jahren in den Ruhestand geht. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, frühzeitig Maßnahmen zur Nachwuchsgewinnung oder Wissenssicherung zu planen.

Auch andere Kennzahlen können wichtige Hinweise liefern. Eine hohe Fluktuation kann beispielsweise auf Herausforderungen in der Arbeitsorganisation, in der Führung oder in der Arbeitsbelastung hinweisen. Eine geringe Weiterbildungsbeteiligung kann darauf hindeuten, dass Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen noch stärker gefördert werden könnten.

Die Auswertung solcher Kennzahlen hilft Unternehmen dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu planen.

Um die wichtigsten Daten zur Personalstruktur übersichtlich zu erfassen, kann ein strukturierter Kennzahlenbogen hilfreich sein. Er unterstützt Sie dabei, relevante Informationen zusammenzustellen und Entwicklungen im Unternehmen besser nachvollziehen zu können. In der Toolbox stellen wir Ihnen dafür einen Kennzahlen-Erfassungsbogen „Personalstruktur“ zur Verfügung.

Kennzahlen-Erfassungsbogen herunterladen: „Personalstruktur“

 

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Strategischer Rahmen

Wie klar ist die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens?

Eine fundierte Unternehmensanalyse betrachtet nicht nur Kennzahlen oder einzelne Personalprozesse. Entscheidend ist auch, wie klar die strategische Ausrichtung eines Unternehmens formuliert ist und welche Rolle die Personalarbeit dabei spielt. Strategie, Struktur, Prozesse und Unternehmenskultur stehen in engem Zusammenhang und beeinflussen gemeinsam die Entwicklung eines Unternehmens.

Der strategische Rahmen beschreibt die grundlegende Orientierung eines Unternehmens. Dazu gehören beispielsweise langfristige Ziele, zentrale Werte und die Frage, wofür das Unternehmen als Arbeitgeber stehen möchte. Eine klare strategische Ausrichtung hilft dabei, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen und Prioritäten für die zukünftige Entwicklung zu setzen.

Leitbild und strategische Ziele

Ein wichtiger Bestandteil des strategischen Rahmens ist das Leitbild eines Unternehmens. Es beschreibt die grundlegenden Werte und Ziele und schafft Orientierung für Führungskräfte und Mitarbeitende.

Dabei stellt sich unter anderem die Frage,

  • ob Ihr Unternehmen über ein klar formuliertes Leitbild verfügt,

  • ob langfristige Ziele dokumentiert sind,

  • und ob die Personalarbeit Teil Ihrer strategischen Planung ist.

Gerade im Kontext von Fachkräftesicherung und sich verändernden Arbeitsmärkten wird es für Unternehmen zunehmend wichtig, ihre Rolle als Arbeitgeber bewusst zu definieren.

Personalarbeit als Teil der Unternehmensstrategie

Die strategische Ausrichtung eines Unternehmens beeinflusst auch die Gestaltung der Personalarbeit. Unternehmen können beispielsweise prüfen,

  • ob Fachkräftesicherung ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie ist,

  • ob Themen wie Diversität, Chancengleichheit oder Personalentwicklung ausdrücklich berücksichtigt werden,

  • und ob die im Leitbild formulierten Werte auch im Arbeitsalltag sichtbar werden.

Ein Leitbild entfaltet seine Wirkung vor allem dann, wenn es nicht nur formuliert, sondern auch im täglichen Handeln umgesetzt wird. Dazu gehören beispielsweise Entscheidungen im Recruiting, der Umgang mit Mitarbeitenden oder die Gestaltung der Unternehmenskultur.

Um die strategische Ausrichtung Ihres Unternehmens zu reflektieren, kann eine strukturierte Betrachtung hilfreich sein. Sie unterstützt dabei, vorhandene Stärken sichtbar zu machen und mögliche Entwicklungsfelder zu erkennen.

Die Toolbox stellt Ihnen hierfür eine Checkliste zur strategischen Ausrichtung und zum Leitbild zur Verfügung. Sie hilft Ihnen, zentrale Aspekte Ihrer Unternehmensstrategie systematisch zu überprüfen.



Checkliste herunterladen:„Strategische Ausrichtung & Leitbild“

 

Ihr eigenes Leitbild formulieren

Ein Leitbild beschreibt die grundlegenden Werte und Ziele eines Unternehmens. Es schafft Orientierung für Führungskräfte und Mitarbeitende und kann dabei helfen, Entscheidungen nachvollziehbar zu treffen.

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen muss ein Leitbild nicht umfangreich sein. Häufig reichen einige klare Aussagen, die beschreiben, wofür das Unternehmen steht und wie Zusammenarbeit gestaltet werden soll.

Die folgende Vorlage "Leitbild-Vorlage für Unternehmen" kann Ihnen dabei helfen, zentrale Aussagen für Ihr Leitbild zu formulieren.

Personalprozesse

Leitbild in 5 Schritten entwickeln

Schritt 1: Vorbereitung

Überlegen Sie zunächst, wer an der Entwicklung des Leitbilds beteiligt sein sollte. Häufig sind dies Geschäftsführung, Führungskräfte oder Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen des Unternehmens.

Schritt 2: Werte und Ziele sammeln

Diskutieren Sie gemeinsam folgende Fragen:

  • Wofür steht unser Unternehmen?
  • Welche Werte prägen unsere Zusammenarbeit?
  • Was macht uns als Arbeitgeber aus?

Sammeln Sie zunächst alle Ideen und Perspektiven.

Schritt 3: Gemeinsame Aussagen formulieren

Fassen Sie die wichtigsten Punkte in wenigen klaren Aussagen zusammen. Ein Leitbild sollte verständlich formuliert sein und sich gut im Arbeitsalltag wiederfinden lassen.

Schritt 4: Leitbild im Unternehmen kommunizieren

Ein Leitbild entfaltet seine Wirkung erst dann, wenn es im Unternehmen sichtbar wird. Dazu gehört beispielsweise:

  • Vorstellung im Team
  • Integration in die Einarbeitung neuer Mitarbeitender
  • Nutzung bei Personal- und Führungsentscheidungen
Schritt 5: Leitbild regelmäßig überprüfen

Unternehmen verändern sich im Laufe der Zeit. Daher kann es sinnvoll sein, das Leitbild regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen.

Die Analyse Ihrer Personalprozesse ist ein wichtiger Bestandteil der internen Unternehmensanalyse. Sie ergänzt die Betrachtung Ihrer Personalstruktur und hilft dabei, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren.

Die Ergebnisse können im nächsten Schritt weiter genutzt werden, zum Beispiel für:

  • eine SWOT-Analyse, um Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens strategisch einzuordnen

  • eine DiversitätPLUS-Analyse, um mögliche Barrieren für unterschiedliche Zielgruppen zu erkennen

  • eine Mitarbeiterbefragung, um die Perspektive Ihrer Mitarbeitenden einzubeziehen

So entsteht ein umfassendes Bild Ihrer aktuellen Situation und möglicher Entwicklungsschritte.

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Prozesse und Organisation

Personalprozesse und Organisation

Wie gut sind Ihre Personalprozesse strukturiert?

Neben der Analyse Ihrer Personalstruktur ist auch entscheidend, wie die Personalprozesse in Ihrem Unternehmen organisiert sind. Sie beeinflussen maßgeblich, wie effizient neue Mitarbeitende gewonnen werden, wie gut Teams zusammenarbeiten und wie Wissen im Unternehmen gesichert wird.

Gerade in kleinen und mittleren Unternehmen entstehen viele Abläufe im Personalbereich aus der täglichen Praxis heraus. Sie funktionieren häufig zuverlässig, sind jedoch nicht immer klar dokumentiert oder einheitlich gestaltet. Dadurch können Informationen verloren gehen, Entscheidungen unterschiedlich getroffen werden oder neue Mitarbeitende benötigen mehr Zeit, um sich im Unternehmen zurechtzufinden.

Eine strukturierte Betrachtung Ihrer Personalprozesse hilft Ihnen dabei, bestehende Abläufe transparenter zu machen und mögliche Verbesserungen zu identifizieren. Ziel ist es nicht, zusätzliche Bürokratie zu schaffen, sondern funktionierende Prozesse bewusst zu gestalten und langfristig zu stärken.

Wichtige Personalprozesse im Überblick

Zu den zentralen Personalprozessen gehören unter anderem:

  • die Gewinnung und Auswahl neuer Mitarbeitender,

  • die Einarbeitung und Integration neuer Beschäftigter,

  • Mitarbeitergespräche und Feedbackprozesse,

  • die Weiterbildung und Entwicklung von Mitarbeitenden,

  • sowie die Sicherung von Wissen und Erfahrung im Unternehmen.

Diese Prozesse beeinflussen nicht nur die Organisation der Arbeit, sondern auch die Zusammenarbeit im Team und die langfristige Entwicklung Ihres Unternehmens.

Um einen Überblick über Ihre bestehenden Abläufe zu erhalten, können Sie die folgende Checkliste nutzen. Die Checkliste unterstützt Sie dabei, zentrale Personalprozesse in Ihrem Unternehmen zu reflektieren. Sie hilft Ihnen zu erkennen, in welchen Bereichen Ihre Abläufe bereits gut strukturiert sind und wo möglicherweise noch Entwicklungsbedarf besteht.

Checkliste herunterladen:„Personalprozesse im Überblick“

 

Beispiele aus der Praxis

Viele Unternehmen stellen bei der Analyse ihrer Personalprozesse fest, dass kleine Veränderungen bereits eine große Wirkung haben können.

  • Strukturierte Einarbeitung
    Ein einfacher Einarbeitungsplan mit den wichtigsten Aufgaben und Ansprechpartnern hilft neuen Mitarbeitenden, sich schneller im Unternehmen zu orientieren.

  • Regelmäßige Mitarbeitergespräche
    Ein jährliches Gespräch zwischen Führungskraft und Mitarbeitenden schafft Raum für Feedback, Zielvereinbarungen und persönliche Entwicklung.

  • Dokumentation von Arbeitsabläufen
    Kurze schriftliche Anleitungen oder digitale Wissenssammlungen erleichtern neuen Mitarbeitenden den Einstieg und sichern wichtiges Wissen im Unternehmen.

  • Transparente Bewerbungsverfahren
    Klare Kriterien für Auswahlentscheidungen schaffen Fairness und Nachvollziehbarkeit im Bewerbungsprozess.

Handlungsempfehlungen

Nachdem Sie die Checkliste ausgefüllt haben, können Sie Ihre Ergebnisse gemeinsam mit Führungskräften oder Personalverantwortlichen reflektieren.

Überlegen Sie beispielsweise:

  • Welche Personalprozesse funktionieren bereits gut?

  • Wo gibt es noch informelle Abläufe, die klarer strukturiert werden könnten?

  • Welche Prozesse sind für die Zukunft Ihres Unternehmens besonders wichtig?

Oft empfiehlt es sich, zunächst ein oder zwei zentrale Themen zu priorisieren, beispielsweise die Einarbeitung neuer Mitarbeitender oder die Planung von Weiterbildungsmaßnahmen. Kleine, gezielte Veränderungen können bereits dazu beitragen, die Zusammenarbeit im Unternehmen deutlich zu verbessern.

Personalprozesse

Personalprozesse Schritt für Schritt weiterentwickeln

1. Ergebnisse der Analyse gemeinsam betrachten
Besprechen Sie die Ergebnisse der Checkliste mit Führungskräften oder Personalverantwortlichen. Überlegen Sie gemeinsam, welche Prozesse bereits gut funktionieren und in welchen Bereichen Verbesserungen möglich sind.

2. Zentrale Handlungsfelder auswählen
Konzentrieren Sie sich zunächst auf wenige Themen, die für Ihr Unternehmen besonders relevant sind. Häufig betrifft dies beispielsweise die Einarbeitung neuer Mitarbeitender, Mitarbeitergespräche oder die Planung von Weiterbildungsmaßnahmen.

3. Maßnahmen festlegen und Verantwortlichkeiten klären
Definieren Sie konkrete Schritte zur Weiterentwicklung Ihrer Personalprozesse. Legen Sie fest, wer für die Umsetzung verantwortlich ist und bis wann erste Veränderungen umgesetzt werden sollen.

4. Veränderungen im Alltag überprüfen
Überprüfen Sie nach einiger Zeit gemeinsam, ob die neuen Abläufe im Arbeitsalltag funktionieren. Erfahrungen aus der Praxis helfen dabei, Prozesse weiter anzupassen und langfristig zu verbessern.

Die Analyse Ihrer Personalprozesse ist ein wichtiger Bestandteil der internen Unternehmensanalyse. Sie ergänzt die Betrachtung Ihrer Personalstruktur und hilft dabei, konkrete Handlungsfelder zu identifizieren.

Die Ergebnisse können im nächsten Schritt weiter genutzt werden, zum Beispiel für:

  • eine SWOT-Analyse, um Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens strategisch einzuordnen

  • eine DiversitätPLUS-Analyse, um mögliche Barrieren für unterschiedliche Zielgruppen zu erkennen

  • eine Mitarbeiterbefragung, um die Perspektive Ihrer Mitarbeitenden einzubeziehen

So entsteht ein umfassendes Bild Ihrer aktuellen Situation und möglicher Entwicklungsschritte.

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Strategischer Rahmen

Unternehmenskultur, Führung und Vielfalt

Wie erleben Mitarbeitende Zusammenarbeit in Ihrem Unternehmen?

Strukturen, Prozesse und Kennzahlen geben wichtige Hinweise auf die Situation eines Unternehmens. Sie zeigen beispielsweise, wie die Belegschaft zusammengesetzt ist oder wie Personalprozesse organisiert sind. Sie können jedoch nur einen Teil der Realität abbilden.

Ebenso entscheidend ist die Unternehmenskultur, also die Art und Weise, wie Zusammenarbeit, Führung und Kommunikation im Arbeitsalltag tatsächlich gelebt werden. Unternehmenskultur zeigt sich darin, wie Teams miteinander umgehen, wie Führungskräfte Entscheidungen treffen und wie offen über Herausforderungen gesprochen wird.

Gerade im Kontext von Diversität spielt die Unternehmenskultur eine zentrale Rolle. Unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Lebenssituationen können eine große Stärke für Unternehmen sein. Gleichzeitig erfordert Vielfalt im Team eine offene Kommunikation, gegenseitigen Respekt und ein gutes Verständnis für unterschiedliche Bedürfnisse.

Vielfalt im Arbeitsalltag gestalten

Vielfalt im Arbeitsalltag gestalten

In vielen Unternehmen arbeiten Menschen mit unterschiedlichen Qualifikationen, kulturellen Hintergründen oder Lebenssituationen zusammen. Dazu können beispielsweise gehören:

  • Mitarbeitende mit unterschiedlichen beruflichen Erfahrungen

  • Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen

  • Beschäftigte mit familiären Verpflichtungen

  • Mitarbeitende mit gesundheitlichen Einschränkungen

  • unterschiedliche Altersgruppen im Unternehmen

Eine positive Unternehmenskultur trägt dazu bei, dass diese Vielfalt im Arbeitsalltag gut funktioniert und als Bereicherung wahrgenommen wird.

Rolle von Führung und Kommunikation

Rolle von Führung und Kommunikation

Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle für die Unternehmenskultur. Sie gestalten den Arbeitsalltag im Team, geben Orientierung und sind häufig die ersten Ansprechpartner für Mitarbeitende.

Dabei können unter anderem folgende Fragen hilfreich sein:

  • Wie wird Führung in Ihrem Unternehmen verstanden?

  • Wie werden Entscheidungen kommuniziert?

  • Gibt es Möglichkeiten für Feedback und Austausch?

  • Wie wird mit Konflikten im Team umgegangen?

  • Wie wird mit unterschiedlichen Perspektiven und Erfahrungen im Team umgegangen?

  • Werden Belastungen oder Herausforderungen frühzeitig angesprochen?

Die Antworten auf diese Fragen geben Hinweise darauf, wie Zusammenarbeit im Unternehmen erlebt wird und welche Aspekte möglicherweise weiterentwickelt werden können.

Unternehmenskultur gemeinsam reflektieren

Unternehmenskultur lässt sich nur begrenzt anhand von Kennzahlen erfassen. Sie zeigt sich vor allem in den Erfahrungen und Wahrnehmungen der Mitarbeitenden.

Daher kann es hilfreich sein, diese Themen bewusst zu reflektieren, beispielsweise durch Gespräche im Team, Feedbackformate oder Workshops. Auch eine strukturierte Mitarbeiterbefragung kann dazu beitragen, unterschiedliche Perspektiven sichtbar zu machen.

Um zentrale Aspekte von Unternehmenskultur, Führung und Vielfalt strukturiert zu reflektieren, kann ein Leitfaden hilfreich sein. Er unterstützt Unternehmen dabei, zentrale Fragen zur Zusammenarbeit, Kommunikation und zum Umgang mit Vielfalt im Unternehmen systematisch zu betrachten.

In der Toolbox stellen wir Ihnen dafür einen Leitfaden zur Reflexion von Unternehmenskultur, Führung und Vielfalt zur Verfügung.

Leitfaden herunterladen:„Unternehmenskultur und Führung“

 

Strategische Verdichtung: Die SWOT-Analyse

Nachdem Sie die einzelnen Analysebereiche betrachtet haben, empfiehlt es sich, die Ergebnisse strategisch zusammenzuführen. Die SWOT-Analyse dient dazu, interne Stärken und Schwächen sowie externe Chancen und Risiken systematisch gegenüberzustellen.

Ziel ist es, aus der Vielzahl von Beobachtungen klare Prioritäten abzuleiten. Nicht jede Schwäche erfordert sofortiges Handeln. Entscheidend ist, welche Aspekte für Ihre zukünftige Entwicklung strategisch relevant sind.

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Mitarbeiterbefragung als vertiefender Schritt

Die interne Unternehmensanalyse gibt Ihnen einen strukturellen Überblick. Sie zeigt, wie Ihr Unternehmen formal aufgestellt ist.

Um zu verstehen, wie Führung, Prozesse und Arbeitsbedingungen von Ihren Mitarbeitenden wahrgenommen werden, empfiehlt sich im nächsten Schritt eine Mitarbeiterbefragung. Diese ergänzt die strukturelle Analyse um eine subjektive Perspektive und liefert wertvolle Hinweise für Ihre weitere Organisationsentwicklung.

Das folgende Modul der Toolbox widmet sich daher der Planung, Durchführung und Auswertung einer strukturierten Mitarbeiterbefragung.