DiversitätPLUS
Vielfalt gestalten. Zukunft sichern.

Ein ESF-gefördertes Projekt zur nachhaltigen Inklusion und Fachkräftesicherung von Menschen mit Vermittlungshemmnissen in Unternehmen.

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Praxisinstrument für Unternehmen

Sie möchten Fachkräfte sichern und neue Zielgruppen erschließen?
Die DiversitätPLUS-Toolbox begleitet Sie Schritt für Schritt – mit Analysemodulen, konkreten Handlungsempfehlungen und Hinweisen zu Fördermöglichkeiten.

Jetzt Toolbox entdecken

 

DiversitätPLUS

Fachkräftemangel, demografischer Wandel, soziale Ungleichheit - viele Unternehmen stehen heute vor enormen Herausforderungen, wenn es um die Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit geht. Gleichzeitig bleiben ganze Gruppen potenzieller Arbeitskräfte ungenutzt, weil ihnen durch strukturelle Barrieren der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt wird. Genau hier setzt unser Projekt DiversitätPLUS an: Wir schaffen praxisnahe Lösungen für Unternehmen, um Menschen mit sogenannten Vermittlungshemmnissen erfolgreich zu integrieren. Das Ziel: Vielfalt im Unternehmen nicht nur als Vision, sondern als gelebte Realität – mit messbarem Mehrwert für Betriebe und Gesellschaft.

Unseren aktuellen Flyer zum Download finden Sie HIER.

Warum Diversität wichtig ist

Fachkräftemangel trifft ungenutztes Potenzial

Der Fachkräftemangel ist längst Realität – gerade in strukturschwachen Regionen wie Westmecklenburg spüren Unternehmen deutlich, wie schwierig es geworden ist, qualifiziertes Personal zu finden. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die gerne arbeiten würden, aber kaum Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten. Dazu zählen insbesondere Menschen mit sogenannten multiplen Vermittlungshemmnissen: etwa durch Langzeitarbeitslosigkeit, gesundheitliche Einschränkungen, fehlende Qualifikationen oder sprachliche Barrieren.

Genau hier setzt unser Projekt DiversitätPLUS an. Aktuell befinden wir uns in der Umsetzungsphase und arbeiten gemeinsam mit Unternehmen in der Region daran, praxisnahe Lösungen für diese Herausforderung zu entwickeln.

Mit DiversitätPLUS möchten wir:

  • Unternehmen dabei unterstützen, Vorbehalte abzubauen und neue Zielgruppen zu erschließen.
  • Instrumente entwickeln, die die Integration von Menschen mit Vermittlungshemmnissen nachhaltig ermöglichen.
  • eine Unternehmenskultur fördern, in der Vielfalt als Chance begriffen und gelebt wird.

 

Die Toolbox – Das Herzstück von DiversitätPLUS

Unsere Lösung: Eine modulare Toolbox

Wir entwickeln gemeinsam mit Unternehmen eine praxisnahe Toolbox. Sie besteht aus verschiedenen Bausteinen, die zusammen oder einzeln genutzt werden können. Dazu gehören zum Beispiel Checklisten, Leitfäden und Best-Practice-Beispiele. Die Toolbox hilft Unternehmen dabei:

  • Barrieren im Arbeitsalltag zu erkennen

  • Arbeitsplätze anzupassen

  • Mitarbeitende zu sensibilisieren

  • Integration messbar macht

Die Toolbox ist flexibel einsetzbar, anpassbar und wird unter realen Bedingungen erprobt.

Von der Theorie zur Praxis

Pilotierung, Beratung und Schulung

Die Toolbox wird in Unternehmen getestet, begleitet durch:

  • Schulungen für Führungskräfte & Mitarbeitende

  • Workshops zu Diversity Management

  • Feedbackprozesse & Evaluation

Ziel: Nachhaltige Veränderungen mit echten Umsetzungserfolgen.

Vielfalt leben – Unternehmenskultur stärken

Kulturwandel beginnt im Betrieb

DiversitätPLUS fördert nicht nur Maßnahmen, sondern eine neue Haltung.
Unternehmen, die Vielfalt zulassen und fördern, sind:

  • Innovativer

  • Resilienter

  • Wettbewerbsfähiger

Wir unterstützen den Kulturwandel hin zu mehr Inklusion und Chancengleichheit.

Netzwerken & Lernen

Gemeinsam besser: Unser Unternehmensnetzwerk

Im Projekt entsteht ein aktives Netzwerk von Unternehmen, die voneinander lernen.
Workshops, Erfahrungsaustausch und Best-Practice-Beispiele helfen bei der nachhaltigen Umsetzung und Verstetigung der Projektergebnisse.

Wirkung & Nachhaltigkeit

Messbar. Wirkungsorientiert. Dauerhaft.

Unsere Maßnahmen haben Wirkung:

  • Erfolgreich integrierte Mitarbeitende mit Vermittlungshemmnissen

  • Gelebte Chancengleichheit und Inklusion

  • Veränderte Unternehmenskultur

  • Transferierbare Lösungen für andere Betriebe

→ Das Projekt wirkt über den Förderzeitraum hinaus.

Die Toolbox

Die im Projekt „DiversitätPLUS“ entwickelte Sammlung aus Checklisten, Leitfäden und Praxisbeispielen (Toolbox) basiert auf regionalen Erhebungen mit Unternehmen in Westmecklenburg. In Interviews, Umfragen, Gesprächen sowie einem Workshop mit Betrieben aus Dienstleistung, Produktion, Logistik und Handel wurden zentrale betriebliche Herausforderungen identifiziert. Genannt wurden insbesondere Sprachbarrieren, gesundheitliche Einschränkungen, die Vereinbarkeit von Arbeit und Familie beziehungsweise Pflege, Qualifikationslücken sowie fehlende oder schwer zugängliche Informationen zu Fördermöglichkeiten. Viele Unternehmen wünschten sich darauf aufbauend praxisnahe und leicht umsetzbare Lösungen für den Arbeitsalltag.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse wurde eine modulare Toolbox entwickelt. Sie stellt praxisorientierte Materialien bereit, die gezielt an den genannten Bedarfen ansetzen. Enthalten sind kurze Übersichten, Checklisten zur Selbsteinschätzung, Leitfäden mit konkreten Handlungsschritten, Praxistipps, Hinweise zu Fördermöglichkeiten sowie Beispiele aus Unternehmen.

Aufbau und Nutzung der Toolbox

Die Toolbox ist thematisch in einzelne Module gegliedert. Jedes Modul enthält:

  • einen kurzen thematischen Überblick
  • Checklisten zur Selbsteinschätzung des aktuellen Stands im Unternehmen
  • einen Leitfaden mit konkreten, praxisnahen Handlungsschritten
  • Best-Practice-Beispiele
  • Hinweise auf relevante Fördermöglichkeiten
  • Quellen und weiterführendes Material
Modul 1: Sprache und Kommunikation im Unternehmen

Sprache und Kommunikation im Unternehmen

Verständliche Sprache und klare Kommunikation sind zentrale Voraussetzungen dafür, dass Zusammenarbeit im Unternehmen funktioniert. Besonders Mitarbeitende, die Deutsch nicht als Muttersprache sprechen, brauchen Orientierung, verständliche Informationen und Zeit, um im Arbeitsalltag anzukommen. Sprache entscheidet darüber, wie gut Einarbeitung gelingt, ob Aufgaben sicher ausgeführt werden können und wie schnell neue Mitarbeitende Teil des Teams werden.

Unternehmen können hier viel bewirken. Schon kleine Anpassungen helfen: verständliche Arbeitsanweisungen, klare Strukturen, Bilder oder Symbole zur Unterstützung, feste Ansprechpersonen für Rückfragen oder kurze Wiederholungen am Ende eines Gesprächs. Auch ein offener Umgang mit Nachfragen und Fehlern erleichtert den Einstieg erheblich.

Einfache und klare Sprache ist dabei kein „Reduzieren“, sondern ein wirksames Mittel, um Missverständnisse zu vermeiden. Sie hilft nicht nur Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, sondern verbessert die Kommunikation im gesamten Team, zum Beispiel in stressigen Situationen, bei Sicherheitsanweisungen oder komplexen Abläufen.

In diesem Modul finden Sie:

  • zwei Checklisten, um einzuschätzen, welchen Stand ihr Unternehmen hat und wo im Unternehmen Sprachbarrieren auftreten können
  • einen Leitfaden, der zeigt, wie Kommunikation im Alltag klarer gestaltet werden kann
  • Praxistipps für die direkte Umsetzung im Betrieb
  • Beispiele aus Unternehmen, wie sprachliche Hürden erfolgreich reduziert wurden
  • sowie Hinweise auf regionale Sprachförderangebote

Das Ziel: Kommunikation so gestalten, dass alle Mitarbeitenden gut mitkommen und sicher arbeiten können, unabhängig von ihrer Muttersprache

 

Checkliste 1: Stand der Kommunikation im Unternehmen

Modul 1: Checkliste 1 Stand der Kommunikation im Unternehmen.pdf (155,2 KiB)

Checkliste 2: Alltagshürden erkennen

Modul 1: Checkliste 2 Alltagshürden erkennen.pdf (98,4 KiB)

Praxistipps: Einfache Sprache im Unternehmen

Modul 1: Praxistipps Handreichung Einfache Sprache.pdf (137,9 KiB)

Best-Practice-Beispiel

Sprache gezielt fördern– Bildlexikon im Metallhandwerk

In einem Metallhandwerksbetrieb zeigte sich schnell, wie wichtig klare Sprache für eine gute Einarbeitung ist. Obwohl die neuen Mitarbeitenden einen vertiefenden Sprachkurs besuchten, stießen sie im Arbeitsalltag auf viele Fachbegriffe, die weder aus dem Alltag noch aus der allgemeinen Sprachförderung bekannt waren: Werkzeugnamen, Verfahrenstechniken, Materialbezeichnungen. Diese speziellen Begriffe führten immer wieder zu Missverständnissen und Fehlern.

Das Unternehmen reagierte pragmatisch und entwickelte ein Bildlexikon: links ein Foto des Werkzeugs oder Materials, rechts der passende deutsche Begriff. Dieses einfache Hilfsmittel half den neuen Mitarbeitenden, den fachlichen Wortschatz schneller zu lernen und sicherer anzuwenden. Gleichzeitig erleichterte es den Fachkräften in der Lehrwerkstatt die Anleitung und Kommunikation im Alltag.

Das Beispiel zeigt:

  • Sprachförderung muss berufsspezifisch sein, nicht nur allgemein
  • Visuelle Hilfen wie Bilder unterstützen den Lernprozess effektiv
  • Betriebsinterne Lösungen lassen sich oft schnell umsetzen und haben große Wirkung
  • Zusätzliche Unterstützung – z. B. Nachhilfe, Ehrenamtliche oder pensionierte Lehrkräfte – kann Sprachlernen im Betrieb sinnvoll ergänzen

Quelle: https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden/zielgruppen/praxisbeispiele-und-interviews/erfolgsfaktoren-fuer-integration/

Fördermöglichkeiten & Kontaktpersonen

Unternehmen haben verschiedene Möglichkeiten, Sprach- und Kommunikationskompetenzen ihrer Mitarbeitenden zu fördern. Welche Angebote in Frage kommen, hängt unter anderem vom Aufenthaltsstatus der Mitarbeitenden, vom Qualifizierungsziel sowie vom betrieblichen Kontext ab.

Wichtig: Nicht alle Programme fördern reine Sprachkurse. Häufig steht der Bezug zur beruflichen Tätigkeit oder zur Integration in Arbeit im Vordergrund.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)
Das BAMF fördert berufsbezogene Deutschsprachkurse (Berufssprachkurse) für Menschen mit Migrationshintergrund.
Diese Kurse bauen in der Regel auf Integrationskursen auf und sind auf berufliche Anforderungen ausgerichtet.

→ Ansprechpartner: regionale Kursträger und das BAMF

Bundesagentur für Arbeit / Jobcenter
Über die Bundesagentur für Arbeit können unter bestimmten Voraussetzungen Qualifizierungen gefördert werden, zum Beispiel über den Bildungsgutschein.
Reine Sprachkurse werden in der Regel nicht gefördert, Sprachanteile können jedoch Bestandteil einer beruflichen Qualifizierung sein.

→ Ansprechpartner: Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit

GSA – Gesellschaft für Struktur- und Arbeitsmarktentwicklung
Über Programme wie Bildungschecks können Unternehmen Zuschüsse für betriebliche Weiterbildungen erhalten, z. B. für Inhouse-Schulungen mit Sprach- oder Kommunikationsanteilen.

→ Ansprechpartner: regionale Beratungsstellen der GSA

Bildungsträger und Sprachschulen
Sprachkurse können auch über private Bildungsträger organisiert werden, zum Beispiel als betriebliche Gruppenangebote oder individuelle Kurse.
Diese Angebote sind häufig selbstfinanziert, können aber flexibel an betriebliche Bedarfe angepasst werden.

→ Ansprechpartner: regionale Sprachschulen und Bildungsträger

Quellen & weiterführende Informationen

Überblick Sprachförderung:
https://www.bea-brandenburg.de/wp-content/uploads/2023/06/bea_Sprachfoerderung.pdf

Praxisbeispiele und Erfolgsfaktoren für Integration:
https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden/zielgruppen/praxisbeispiele-und-interviews/erfolgsfaktoren-fuer-integration/

Praxisbeispiel „Handwerkliche Vokabeln für Flüchtlinge“ (Handwerk Magazin)

Modul 2: Kinderbetreuung

Kinderbetreuung

Kinderbetreuung und Arbeitszeitgestaltung sind für viele Mitarbeitende ein entscheidender Faktor, um zuverlässig und mit guter Leistung arbeiten zu können. Wenn Betreuungsplätze fehlen oder Öffnungszeiten nicht zu den Arbeitszeiten passen, stehen Eltern unter hohem Druck und Betriebe erleben vermehrt Ausfälle, kurzfristige Änderungen oder eingeschränkte Einsatzmöglichkeiten.

Besonders in Branchen mit Schichtarbeit, Frühdiensten, Wochenendarbeit oder spontanen Einsätzen entsteht schnell ein Spannungsfeld: Eltern müssen flexibel reagieren, gleichzeitig braucht der Betrieb Planungssicherheit. Fehlende Betreuung führt dann nicht nur zu Stress bei den Mitarbeitenden, sondern auch zu Produktivitätsverlusten, Mehrbelastung im Team und im schlimmsten Fall zum Verlust von Fachkräften.

Dieses Modul zeigt, wo typische Hürden im Arbeitsalltag entstehen – etwa bei Schichtzeiten, frühen Arbeitsanfängen, fehlenden Betreuungsmöglichkeiten in Randzeiten oder kurzfristigen Ausfällen. Gleichzeitig bietet es konkrete Ansätze, wie Betriebe Eltern entlasten können, ohne die eigenen Abläufe zu gefährden. Dazu gehören kleine, praxistaugliche Maßnahmen wie flexible Einsatzzeiten, transparente Dienstplanung, Vertretungsregelungen oder einfache Absprachen im Team.

In diesem Modul finden Sie:

  • eine Checkliste, um einzuschätzen, wo im Unternehmen Hürden bei der Kinderbetreuung entstehen
  • einen Leitfaden, der zeigt, wie Betreuung gewährleistet werden kann
  • mehrere Beispiele aus Unternehmen, wie Hürden erfolgreich reduziert wurden
  • sowie Hinweise auf regionale Förderangebote

Das Ziel: Arbeitsbedingungen so gestalten, dass alle Mitarbeitenden ihre Betreuungsverpflichtungen gut nachkommen können

Checkliste: Wo entstehen bei uns Hürden bei Kinderbetreuung & Vereinbarkeit?

Modul 2: Hürden_Kinderbetreuung_Checkliste.pdf (137,1 KiB)

Leitfaden: Kinderbetreuung und Vereinbarkeit

Modul 2: Leitfaden Kinderbetreuung Vereinbarkeit.pdf (137,9 KiB)

Best-Practice-Beispiele

Best Practice: Finanzielle Entlastung durch Übernahme der Essenspauschale in Kindertagesstätten

Ein Unternehmen entlastet Eltern gezielt bei den Kosten der Kinderbetreuung, indem es die Verpflegungskosten in Kindertagesstätten übernimmt. Dies gilt auch für Mitarbeitende, deren Kinder außerhalb der Region betreut werden. Die Unterstützung reduziert finanzielle Belastungen im Familienalltag spürbar und trägt dazu bei, dass Eltern ihre Erwerbstätigkeit verlässlicher organisieren können. Gleichzeitig stärkt das Angebot die Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen.

Best Practice: Flexible Arbeitszeiten für eine bessere Vereinbarkeit

Ein Unternehmen gestaltet Arbeitszeiten so flexibel wie möglich, um Eltern im Alltag zu entlasten. In der Verwaltung können Mitarbeitende ihre Arbeitszeiten innerhalb bestimmter Zeitfenster selbst wählen. Im Schichtbetrieb werden Einsatzzeiten so angepasst, dass sie mit Betreuungs- und Öffnungszeiten harmonieren. Die Folge: weniger kurzfristige Ausfälle, mehr Planbarkeit und eine Arbeitsumgebung, die Familienverantwortung ernst nimmt.

Best Practice: Dokumentation von Arbeitszeitblöcken zur Sicherung des Betreuungsbedarfs

Ein Unternehmen unterstützt Eltern dabei, ihren tatsächlichen Betreuungsbedarf gegenüber Kindertagesstätten nachvollziehbar darzustellen, besonders relevant, wenn viele alleinerziehende Mütter beschäftigt sind. In der Branche gehören geteilte Dienste und unterschiedliche Arbeitszeitblöcke zum Alltag, was die Bewilligung ganztägiger Betreuungsplätze erschweren kann. Durch eine klare Strukturierung und Dokumentation der Arbeitszeit wird der reale Arbeitsumfang sichtbar gemacht. So können Eltern benötigte Betreuungszeiten besser beantragen und ihren Arbeitsalltag zuverlässig organisieren.

Best Practice: Sweet Tec GmbH Betriebliche Kinderbetreuung als familienfreundliche Unternehmensstrategie

Die Sweet Tec GmbH versteht sich als große „Bonbonfamilie“ und misst der Vereinbarkeit von Beruf und Familie von Beginn an eine hohe Bedeutung bei. Bereits in der Gründungsphase hat das Unternehmen das Thema betriebliche Kinderbetreuung aktiv aufgegriffen und die Neugründung einer Kindertagesstätte unterstützt. Familienfreundlichkeit wurde dabei nicht als Reaktion auf akute Personalengpässe verstanden, sondern frühzeitig als strategischer Faktor verankert.

Die Umsetzung erfolgt über eine enge Kooperation mit der Kindertagesstätte: Die Sweet Tec GmbH unterstützt diese finanziell und organisatorisch und schafft damit verlässliche Rahmenbedingungen für den Betrieb. Im Gegenzug erhalten Beschäftigte des Unternehmens bevorzugten Zugang zu Betreuungsplätzen. Das Modell ist langfristig angelegt und beruht auf einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit. So entsteht eine Win-win-Situation für Beschäftigte, Unternehmen und Betreuungseinrichtung gleichermaßen.

Quelle: https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden/zielgruppen/praxisbeispiele-und-interviews/erfolgsfaktoren-fuer-integration/

Fördermöglichkeiten & Kontaktpersonen

Steuerfreier Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten (§ 3 Nr. 33 EStG)

Unternehmen können Betreuungskosten für nicht schulpflichtige Kinder steuer- und sozialversicherungsfrei bezuschussen oder vollständig übernehmen.

Quelle:
https://www.haufe.de/personal/entgelt/steuerfreie-kinderbetreuungskostenuebernahme-durch-den-arbeitgeber_78_126330.html

Jugendämter und Kitaförderstellen der Landkreise

Jugendämter sind zentrale Ansprechpartner für Mitarbeitende bei:

  • Beantragung von Bedarfsscheinen
  • Anerkennung von Ganztagsbetreuung
  • Klärung von Schließzeiten, Randzeiten und Notfällen
  • Vermittlung freier Plätze (Kita, Hort, Tagespflege)

Nutzen für Unternehmen:

  • unterstützt Mitarbeitende bei Betreuungsengpässen
  • reduziert Fehlzeiten
  • erleichtert den Nachweis des Betreuungsbedarfs (z. B. bei Schichtarbeit)

Quelle: Beispiel: Landkreis Rostock – Kitaförderung

Kooperationen mit Kita-Trägern in MV

Unternehmen können mit Trägern (DRK, AWO, Caritas, ASB, kommunale Träger) kooperieren:

Mögliche Formen:

  • Reservierung von Belegplätzen
  • Absprachen zu Randzeiten
  • flexible Betreuung für Mitarbeitende in Schichtarbeit
  • Übergangslösungen (z. B. für Probezeiten)

Nutzen für Unternehmen:

  • hohe Planbarkeit
  • niedrige Kosten
  • besonders geeignet für KMU

Quelle:

https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/ausbildung-beruf/kinderbetreuung/wie-koennen-arbeitgeber-bei-der-kinderbetreuung-unterstuetzen--125548?utm_

Familiensiegel – Familienfreundliches Unternehmen (Landkreis Ludwigslust-Parchim)

Was ist das?
Das Familiensiegel ist eine offizielle Auszeichnung für Unternehmen im Landkreis Ludwigslust-Parchim, die besonders familienfreundliche Arbeitsbedingungen bieten.

Wer vergibt es?
Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestmecklenburg (INVEST-SWM).

Wer kann sich bewerben?

  • Unternehmen aller Branchen
  • Handwerksbetriebe
  • Verwaltungen
  • Vereine

Wofür ist es gut?

  • sichtbare Außendarstellung („familienfreundliches Unternehmen“)
  • Vorteil im Recruiting
  • gutes Argument für Mitarbeitendenbindung
  • stärkt das Image in der Region

Quellen & weiterführende Informationen

KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung
Praxisbeispiele und Erfolgsfaktoren für Integration und Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
Online verfügbar unter:
https://www.kofa.de/mitarbeiter-finden/zielgruppen/praxisbeispiele-und-interviews/erfolgsfaktoren-fuer-integration/

Haufe Personal
Steuerfreie Übernahme von Kinderbetreuungskosten durch den Arbeitgeber
(§ 3 Nr. 33 Einkommensteuergesetz).
Online verfügbar unter:
https://www.haufe.de/personal/entgelt/steuerfreie-kinderbetreuungskostenuebernahme-durch-den-arbeitgeber_78_126330.html

Familienportal des Bundes
Wie können Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung unterstützen?
Online verfügbar unter:
https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/ausbildung-beruf/kinderbetreuung/wie-koennen-arbeitgeber-bei-der-kinderbetreuung-unterstuetzen--125548

Familienportal des Bundes
Wie können Arbeitgeber bei der Kinderbetreuung unterstützen?
Online verfügbar unter:
https://familienportal.de/familienportal/lebenslagen/ausbildung-beruf/kinderbetreuung/wie-koennen-arbeitgeber-bei-der-kinderbetreuung-unterstuetzen--125548

 

 

 

Modul 3: Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Inklusion

Gesundheit, Arbeitsfähigkeit und Inklusion

Gesundheitliche und psychische Belastungen sind in vielen Unternehmen ein zentrales Thema: Mitarbeitende fühlen sich erschöpft, gestresst oder fallen häufiger aus. Gleichzeitig sind Führungskräfte oft unsicher, wie sie Belastungen erkennen, ansprechen oder sinnvoll unterstützen können.
Damit beeinflussen gesundheitliche Einschränkungen nicht nur die Leistungsfähigkeit einzelner Personen, sondern auch Teamklima, Motivation und Verlässlichkeit im Betrieb.
Dieses Modul zeigt, wie Unternehmen frühzeitig Belastungen wahrnehmen, Arbeitsfähigkeit erhalten und eine Kultur schaffen können, in der Beschäftigte stabil und sicher arbeiten können.

In diesem Modul finden Sie:

  • eine Checkliste, um einzuschätzen, wie gesundheitsfreundlich das Unternehmen ist
  • einen Leitfaden, um Arbeit gesundheitsfreundlich zu gestalten
  • mehrere Beispiele aus Unternehmen, in welchen Hürden erfolgreich reduziert wurden
  • Hinweise auf regionale Förderangebote

Das Ziel: Arbeitsbedingungen so gestalten, dass alle Mitarbeitenden gesund arbeiten können

Checkliste: „Wie gesundheitsfreundlich ist unser Betrieb?“

Modul 3: Checkliste Gesundheit.pdf (135,6 KiB)

Leitfaden: Leitfaden: Gesund arbeiten – Schritt für Schritt

Modul 3: Leitfaden Gesund arbeiten – Schritt für Schritt.pdf (167,3 KiB)

Best-Practice-Beispiele

Best Practice 1: Fortbildung für Führungskräfte

Ein Unternehmen aus Westmecklenburg hat seine Personalleitung und den Betriebsleiter zu einer Fortbildung geschickt, um psychische Belastungen bei Mitarbeitenden frühzeitiger erkennen und besser einschätzen zu können. Die Schulung vermittelte Grundlagen zu Warnsignalen, Gesprächsführung und Präventionsmöglichkeiten.
Beide Führungskräfte berichten, dass ihnen das Wissen hilft, Mitarbeitende sensibler zu begleiten und Belastungen im Arbeitsalltag schneller wahrzunehmen.

Best Practice 2: Unterstützung bei Lernschwierigkeiten

Ein Unternehmen in Westmecklenburg beschäftigt einen Mitarbeitenden mit einer Lernbeeinträchtigung. Damit die Zeiterfassung zuverlässig funktioniert und keine Unsicherheiten entstehen, wurde eine Kollegin als feste Ansprechperson benannt.
Sie unterstützt beim Ausfüllen der digitalen Zeiterfassung, liest Inhalte bei Bedarf vor und erklärt einzelne Schritte in Ruhe. Die Zusammenarbeit ist klar vereinbart, wertschätzend gestaltet und findet in einem geschützten Rahmen statt.

Best Practice 3: Klare Strukturen für eine Person mit aufmerksamkeitsdefizit-/hyperaktivitätsstörung (adhs)

In einem anderen Betrieb zeigt ein Mitarbeitender mit ADHS im Arbeitsalltag großes Potenzial, benötigt aber eine klare und strukturierte Aufgabenvermittlung. Das Unternehmen hat sich deshalb entschieden, Arbeitsaufträge immer schriftlich und einzeln zu geben, statt mehrere Aufgaben gleichzeitig zu kommunizieren.

Die Führungskraft notiert jede Aufgabe in einem kurzen, klar formulierten Satz. Erst wenn eine Aufgabe abgeschlossen ist, folgt der nächste Schritt. So entsteht ein ruhiger Arbeitsablauf, ohne Überforderung oder Ablenkung.

Fördermöglichkeiten & Kontaktpersonen

Eingliederungszuschuss: Förderhöhe und Dauer

Die Bundesagentur für Arbeit kann einen Lohnkostenzuschuss zahlen, um anfängliche Leistungsdefizite oder längere Einarbeitungszeiten auszugleichen.

Standardförderung:

  • bis zu 50 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts

  • bis zu 12 Monate

  • abhängig von:

    • Leistungsfähigkeit

    • Umfang der Einarbeitung

    • Eingliederungserfordernissen

Ältere Arbeitnehmer*innen (ab 55 Jahren):

  • Förderung bis zu 36 Monate

Menschen mit Behinderung:

  • bis zu 70 % des berücksichtigungsfähigen Arbeitsentgelts

  • bis zu 24 Monate Förderdauer

  • Der Zuschuss vermindert sich nach 12 Monaten jährlich um 10 Prozentpunkte, fällt aber nicht unter 30 %.

Besonders betroffene schwerbehinderte Menschen:

  • Förderung bis zu 60 Monate

  • Wenn über 55 Jahre, sogar bis zu 96 Monate möglich

  • Abschmelzung beginnt erst nach 24 Monaten

Quelle: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BA/eingliederungszuschuss-bund.html

§ 16i SGB II – Teilhabe am Arbeitsmarkt

Für Langzeitarbeitslose (mind. 6 Jahre Leistungsbezug nach SGB II)

Was wird gefördert?

  • Lohnkostenzuschuss über bis zu 5 Jahre

    • 1.–2. Jahr: 100 %

    • 3.–5. Jahr: Abschmelzung

  • Zusätzliche Förderung für Qualifizierung während der Tätigkeit

Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__16i.html?utm_

Fördermöglichkeiten in Mecklenburg-Vorpommern (LAGuS / Inklusionsamt)

Das Inklusionsamt beim LAGuS Mecklenburg-Vorpommern unterstützt Unternehmen finanziell und beratend, wenn sie Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen.

Quellen:

https://www.lagus.mv-regierung.de/static/LAGUS/Dateien/Soziales/Leistungen%20an%20Arbeitgeber.pdf

https://www.lagus.mv-regierung.de/Soziales/Inklusionsamt/landesprogramm-inklusive-ausbildung-arbeit/

Wichtige Institutionen

Agentur für Arbeit / Jobcenter

  • Eingliederungszuschüsse (EGZ)

  • Förderungen für Langzeitarbeitslose (§ 16i)

  • Unterstützung bei Probearbeit, Praktika, Qualifizierung

Integrationsamt

  • Förderungen für schwerbehinderte Menschen (Arbeitsplatz, Ausstattung, Hilfen im Arbeitsleben)

  • Beratung von Arbeitgebern

  • Begleitende Hilfen

Quellen & weiterführende Informationen

bundesagentur für Arbeit: Eingliederungszuschuss (egz)

Informationen zur Förderung von Beschäftigten mit Vermittlungshemmnissen, älteren Arbeitnehmer*innen sowie Menschen mit Behinderung.
Angaben zu Förderhöhe, Förderdauer und Abschmelzungsregelungen.
Online verfügbar unter:
https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BA/eingliederungszuschuss-bund.html

Gesetze im Internet

Rechtsgrundlage zur Förderung der Beschäftigung von langzeitarbeitslosen Menschen durch mehrjährige Lohnkostenzuschüsse und begleitende Qualifizierung.
Online verfügbar unter:
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__16i.html

Lagus Mecklenburg-Vorpommern: Inklusionsamt

Förderleistungen und begleitende Hilfen für Arbeitgeber bei der Beschäftigung von Menschen mit Schwerbehinderung.
Online verfügbar unter:
https://www.lagus.mv-regierung.de/static/LAGUS/Dateien/Soziales/Leistungen%20an%20Arbeitgeber.pdf

Informationen zum Landesprogramm „Inklusive Ausbildung und Arbeit“:
https://www.lagus.mv-regierung.de/Soziales/Inklusionsamt/landesprogramm-inklusive-ausbildung-arbeit/

Initiative neue Qualität der Arbeit (inqa)

Praxisnahe Handlungshilfen, Checklisten und Leitfäden zur gesundheitsgerechten Arbeitsgestaltung, Führung und Erhalt der Arbeitsfähigkeit.
Online verfügbar unter:
https://www.inqa.de

Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG)

Die VBG bietet ein online-Tool, um die psychischen Belastungen im Betrieb online zu erfassen und auch dauerhaft festzuhalten: https://psylastung.bg-kooperation.de/

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (bzga)

Informationen zu psychischer Gesundheit, Stressbewältigung und Prävention.
https://www.bzga.de

Modul 4: Fehlende Qualifikation

Fehlende Qualifikation

Fehlende Qualifikationen gehören für viele Unternehmen in Westmecklenburg zu den häufigsten Hürden bei der Personalgewinnung. Gleichzeitig zeigt die Erfahrung: Menschen ohne Berufsabschluss oder mit fachlichen Lücken bringen oft großes Potenzial mit – wenn sie die Chance bekommen, sich strukturiert weiterzubilden.

Mit Unterstützungsangeboten wie Teilqualifikationen (TQ), berufsbegleitenden Weiterbildungen oder dem nachträglichen Erwerb eines Berufsabschlusses können Unternehmen Mitarbeitende gezielt entwickeln und langfristig binden. Die Bundesagentur für Arbeit und die Jobcenter fördern diese Wege umfassend, von der Übernahme der Weiterbildungskosten bis zu Zuschüssen zum Arbeitsentgelt.

In diesem Modul finden Sie:

  • eine Checkliste, um einzuschätzen, wie qualifizierungsfreundlich das Unternehmen ist
  • einen Leitfaden, um Qualifikationslücken zu erkennen und zu schließen
  • mehrere Beispiele aus Unternehmen, in welchen Hürden erfolgreich reduziert wurden
  • Hinweise auf regionale Förderangebote

Das Ziel: Arbeitsbedingungen so gestalten, dass alle Mitarbeitenden die notwendige Förderung erhalten

Modul 4: Checkliste Qualifizierung im Betrieb

Modul 4: Checkliste.pdf (150,8 KiB)

Leitfaden Qualifizierungslücken im Unternehmen

Modul 4: Leitfaden Qualifikationslücken erkennen.pdf (146,8 KiB)

Best-Practice-Beispiele

Entwicklungsgespräche als Motor für Qualifizierung

In einem mittelständischen Betrieb werden regelmäßig Mitarbeiter*innengespräche geführt, in denen alle Beschäftigten die gleiche Frage gestellt bekommen:
„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren und welche Aufgaben oder Qualifikationen interessieren Sie?“Die Antworten werden dokumentiert und gemeinsam besprochen. Auf dieser Grundlage entscheidet der Betrieb, welche Weiterbildungen, Teilqualifikationen oder neuen Aufgaben sinnvoll sind. Mitarbeitende erhalten so eine klare Perspektive, und der Betrieb kann Qualifizierung gezielt planen.

Weiterbildung während der Arbeitszeit

Ein Unternehmen aus Westmecklenburg wollte seine Mitarbeitenden stärker qualifizieren, hatte jedoch wenig Kapazitäten für Lernzeiten nach Feierabend. Deshalb wurde entschieden, Fortbildungen grundsätzlich während der Arbeitszeit zu ermöglichen.Mitarbeitende erhalten feste Lernfenster, zum Beispiel zwei Stunden pro Woche, in denen sie an Teilqualifikationen, Fachkursen oder digitalen Lernmodulen teilnehmen können. Die Arbeitszeit wird im Dienstplan berücksichtigt, sodass keine Überstunden entstehen.

Fördermöglichkeiten & Kontaktpersonen

Für arbeitssuchende und beschäftigte

Was wird gefördert?

  • Bis zu 100 % der Weiterbildungskosten (Kurse, Prüfungen, Lernmittel)
  • Zuschuss zum Arbeitsentgelt, wenn Weiterbildung in der Arbeitszeit stattfindet
  • Fahrtkosten, Kinderbetreuungskosten, Unterbringung

Für welche Qualifizierungen?

  • Teilqualifikationen (TQ)
  • Umschulungen / Berufsabschluss nachholen
  • Grundkompetenzen (Deutsch, Mathe, IT)
  • Anpassungsqualifizierungen

Besonders attraktiv für KMU:

Bei < 50 Mitarbeitenden kann die Weiterbildung vollständig kostenfrei gefördert werden, inklusive Lohnzuschuss.

Teilqualifikationen

Teilqualifikationen sind modulare Bausteine, die Schritt für Schritt zum Berufsabschluss führen.

Was wird gefördert?

  • komplette Kurskosten
  • Prüfungsgebühren
  • Lernmittel
  • Lohnzuschuss über § 82 SGB III, wenn Lernzeit in der Arbeitszeit liegt

Warum besonders relevant?

  • ideal für Menschen ohne oder nicht mehr relevantem Berufsabschluss
  • auch mit Sprachbarrieren oder Lernschwierigkeiten gut nutzbar
  • Für bestehende Mitarbeitende, die sich fortbilden wollen

§ 16 sgb ii: Teilhabe am Arbeitsmarkt

Für Langzeitarbeitslose mit Qualifizierungsbedarf

Was wird gefördert?

  • Lohnkostenzuschuss über 5 Jahre
    • Jahr 1–2: 100 %
    • Jahr 3: 90 %
    • Jahr 4: 80 %
    • Jahr 5: 70 %
  • Qualifizierung während der Beschäftigung
    • Teilqualifikationen
    • Kurse, Schulungen
    • Coaching & sozialpädagogische Unterstützung

Nutzen für Unternehmen:

Sehr große finanzielle Entlastung + Aufbau der Arbeitsfähigkeit über Qualifizierung

Für die Anspruchnahme von Förderungen gelten individuelle Voraussetzungen, die im Vorfeld geprüft werden müssen.

Quellen & weiterführende Informationen

§ 81 SGB III – Förderung der beruflichen Weiterbildung

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__81.html

§ 82 SGB III – Beschäftigtenqualifizierung

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__82.html

§ 16i SGB II – Teilhabe am Arbeitsmarkt

https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_2/__16i.html

kofa Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung (iw Köln)

https://www.kofa.de/personalarbeit/weiterbildung/betriebliche-weiterbildung/

https://www.kofa.de/personalarbeit/weiterbildung/

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Studien und Informationen zu Teilqualifikationen, Nachqualifizierung und Fachkräftesicherung

iab: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsorientierung

Qualifikationsdefizite und Nachqualifizierung als Instrument der Arbeitsmarktintegration

Bundesagentur für Arbeit

https://www.arbeitsagentur.de/k/weiterbildung-qualifizierungsoffensive?utm

Weiterbildungsportal MV/ Förderkompass

https://www.weiterbildung-mv.de/foerderkompass

Modul 5: Vielfalt, Herkunft & Zusammenarbeit im Unternehmen

Vielfalt, Herkunft & Zusammenarbeit im Unternehmen

In vielen Unternehmen in Westmecklenburg arbeiten Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen, Sprachen und Erfahrungen zusammen. Diese Vielfalt bereichert die Teams durch neue Perspektiven und zusätzliche Kompetenzen. Gleichzeitig kann sie im Arbeitsalltag auch zu Unsicherheiten oder Missverständnissen führen, etwa in der Kommunikation, in Arbeitsweisen oder in der Zusammenarbeit. Gerade in strukturschwachen Regionen stellen Mitarbeitende mit vielfältigen Hintergründen zudem ein wichtiges Potenzial zur Sicherung von Arbeitskräften dar.

Dieses Modul zeigt, wie Unternehmen eine wertschätzende, interkulturelle Zusammenarbeit fördern können, was Teams für ein respektvolles Miteinander brauchen und wie Vielfalt als Stärke genutzt werden kann. Ziel ist ein Arbeitsumfeld, in dem sich Mitarbeitende unabhängig von Herkunft, Sprache oder kulturellem Hintergrund sicher, gesehen und eingebunden fühlen.

Checkliste Vielfaltsbewusstsein im Betrieb

Modul 5: Checkliste Vielfaltsbewusstsein im Betrieb.pdf (138,3 KiB)

Best-Practice-Beispiele

Interkultureller Workshop zur Konfliktlösung

In einem mittelständischen Unternehmen kam es immer wieder zu Missverständnissen und Spannungen zwischen Mitarbeitenden unterschiedlicher Herkunft. Anstatt einzelne Personen verantwortlich zu machen, entschied sich das Unternehmen für eine betrieblich organisierte Pause der laufenden Abläufe und führte mit dem gesamten Team einen interkulturellen Workshop durch.

Gemeinsam wurden typische Konfliktpunkte gesammelt, z. B. unterschiedliche Kommunikationsstile, Missverständnisse bei Arbeitsanweisungen oder verschiedene Vorstellungen von Arbeitsorganisation. Im Workshop konnten alle Mitarbeitenden ihre Perspektive einbringen und gemeinsam neue Regeln für die Zusammenarbeit entwickeln.

Unterstützung bei Wohnungssuche für internationale Auszubildende

Ein Ausbildungsbetrieb stellte mehrere Auszubildende aus dem Ausland ein. Da die Wohnraumsuche für junge Menschen ohne familiären Anschluss oft schwierig ist, übernahm das Unternehmen aktiv die Unterstützung: Es begleitete Besichtigungen, half bei Formalitäten und mietete in Einzelfällen sogar selbst eine Wohnung an, die den Auszubildenden zur Verfügung gestellt wurde.

Begleitung bei Behördengängen

Ein Betrieb, der Mitarbeitende mit internationalem Hintergrund beschäftigt, bietet ihnen gezielt Unterstützung bei wichtigen Behördengängen an – zum Beispiel bei der Beantragung oder Verlängerung der Aufenthaltserlaubnis, bei Meldeangelegenheiten oder im Kontakt mit Kranken- und Sozialversicherungen. Eine Ansprechperson aus dem Personalbereich begleitet die Mitarbeitenden, erklärt Formulare, übernimmt Terminvereinbarungen oder klärt im Vorfeld offene Fragen.

Fördermöglichkeiten & Kontaktpersonen

Integrationsberatung (MBJS / Kommunen / Migrationsdienste)

  • Unterstützung bei internationalen Mitarbeitenden
  • Klärung von Ankommen, Orientierung, Alltagsintegration

Sprachförderung durch Jobcenter & BA

  • Berufssprachkurse (DeuFöV)
  • Jobbezogene Sprachtrainings
  • Förderung individueller Sprachmodule

Betriebliche Beratung durch IHK/HWK

  • Unterstützung bei Anerkennung ausländischer Abschlüsse
  • Wege zum Nachholen von Teilqualifikationen oder Prüfungen#

Interkulturelle Trainings & Diversity-Begleitung

  • Beratungsstellen vor Ort (Migra-MV u. a.)
  • Anti-Diskriminierungsstellen
  • Projekte, die Betriebe begleiten (z. B. ESF-Projekte wie Ihres)

Quellen & weiterführende Informationen

Integrationsberatung (MBJS / Kommunen / Migrationsdienste)

Migrationsberatung für Erwachsene (MBE) – BAMF

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führt die Migrationsberatung für erwachsene Zuwanderer (MBE) durch. Sie ist ein anerkanntes Beratungsangebot für Orientierung, Alltagsfragen, Integration und sozial-rechtliche Themen.
https://www.bamf.de/DE/Behoerde/Aufgaben/FoerderungIntegration/foerderungintegration-node.html

Sprachförderung durch Jobcenter & Bundesagentur für Arbeit

Berufssprachkurse (BSK)

Die Berufssprachkurse (BSK) richten sich an Zuwanderinnen und Zuwanderer mit Blick auf Arbeitsmarktintegration und Berufssprache.
https://www.bamf.de/DE/Themen/Integration/ZugewanderteTeilnehmende/DeutschBeruf/deutsch-beruf.html

Sprach- und Integrationskursangebote über BA & Jobcenter

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt sprachbezogene Kursangebote, darunter auch berufsbegleitende und arbeitsmarktorientierte Sprachkurse.

Betriebliche Beratung durch IHK / HWK

IHK-Beratung zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse

Die Industrie- und Handelskammern bieten Beratung zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen für Beschäftigte oder Arbeitgeber an.
https://www.ihk.de/schwerin/bildung/anerkennung-von-bildungsabschluessen/auslaendische-berufsabschluesse

Integrationsangebote allgemein BAMF

BAMF listet auch Angebote, die über reine Sprachkurse hinausgehen, z. B. Orientierungskurse und thematische Integrationsprogramme, die interkulturelle Kompetenzen stärken können.
BAMF: Übersicht Integrationsangebote
https://www.bamf.de/DE/Themen/Integration/integrationsangebote_node.html

 

Modul 6: Geschlechtervielfalt und Gleichstellung

Geschlechtervielfalt und Gleichstellung

Geschlechtliche Vielfalt ist Teil gesellschaftlicher Realität und damit auch Teil des Arbeitsalltags. Mitarbeitende unterscheiden sich unter anderem in ihrer sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität. Für Unternehmen bedeutet das nicht, private Lebensweisen zu thematisieren, sondern einen respektvollen, diskriminierungsfreien Rahmen für alle zu schaffen.

Unsicherheiten entstehen häufig dort, wo Wissen fehlt:
Welche Sprache ist angemessen?
Wie gehen wir mit Vorurteilen oder abwertenden Kommentaren um?
Was tun, wenn Mitarbeitende sich nicht sicher fühlen, offen zu sein?

Ein wertschätzendes Arbeitsumfeld wirkt sich positiv auf Motivation, Zusammenarbeit und Bindung aus. Gerade für KMU gilt: Schon klare Haltung, einfache Regeln und verlässliche Ansprechpersonen können viel bewirken.

In diesem Modul finden Sie:

  • eine Checkliste zur Selbsteinschätzung im Umgang mit sexueller Vielfalt und eine weitere, um Unsicherheiten im Alltag zu finden
  • einen Leitfaden für einen respektvollen, sicheren Umgang im Arbeitsalltag
  • Praxistipps für kleine, umsetzbare Schritte
  • Good-Practice-Ansätze aus der betrieblichen Praxis
  • Hinweise auf unterstützende Materialien und Ansprechstellen

Ziel:
Ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem sich alle Mitarbeitenden respektiert fühlen, unabhängig von sexueller Orientierung oder geschlechtlicher Identität.

Checkliste Vielfalt und Gleichstellung im Unternehmen

Modul 6: Checkliste Vielfalt und Gleichstellung im Unternehmen.pdf (148,1 KiB)

Checkliste Unsicherheiten im Unternehmen erkennen

Modul 6: Checkliste Unsicherheiten im Unternehmen erkennen.pdf (93,6 KiB)

Good Practice Anregungen

  • Ansprechpersonen im Betrieb:
    Mitarbeitende wissen, an wen sie sich bei Unsicherheiten wenden können
  • Sensibilisierungsmaßnahmen:
    Kurze Vorträge, externe Inputs oder Teamgespräche schaffen Wissen und Sicherheit
  • Perspektivenwechsel fördern:
    Übungen oder Gesprächsimpulse helfen, andere Sichtweisen nachzuvollziehen
  • Persönlicher Austausch:
    Offene Gespräche im Team bauen Vorurteile ab und stärken den Zusammenhalt

Quellen & weiterführende Informationen

Gleichstellungsbaukasten M-V

Landeszentrum für Gleichstellung und Vereinbarkeit M-V

https://landeszentrum-mv.de/glbk/

Landesfrauenrat Mecklenburg-Vorpommern

Beratung und fachliche Einordnung als Unterstützung bei Fragen zu Gleichstellung und Vielfalt

Charta der Vielfalt

Hilft Unternehmen, das eigene Verständnis von Vielfalt und Gleichbehandlung einzuordnen und eine klare Haltung zu entwickeln.

https://www.charta-der-vielfalt.de/

Bietet die Möglichkeit, anhand eines Modells einzuordnen, wo das Unternehmen beim Thema Diversität aufgestellt ist.

https://www.diversity-reifegrad.de/

Leitfaden Diversity Management

Bietet Hintergrundwissen und Praxisansätze für einen systematischen, aber anpassbaren Umgang mit Vielfalt im Unternehmen.

https://www.familienportal.nrw/sites/default/files/2025-01/Leitfaden_Diversity_Mangagement_2022.pdf

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Kontakt Über Uns

Das Projekt DiversitätPlus  wird im Rahmen des ESF Plus Programms 2021 bis 2027 des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus der Europäischen Union und des Landes Mecklenburg-Vorpommern gefördert.
Dauer: 01.04.2025 - 31.03.2026
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